Publikationen unserer Mitglieder
An der
Universität Hamburg gibt es
am
Asien-Afrika-Institut eine
Abteilung für Thaiistik. Die Anfänge der Hamburger Thaiistik gehen
auf das Jahr 1958 zurück. Auf Initiative des Japanologen Oscar Benl
ein Lektorat für die thailändische Sprache am Chinesischen Seminar
eingerichtet. Beim Aufbau der Thaiistik spielte in den Anfangsjahren
der Lektor Luang Kee Kirati, der in den 1930er Jahren schon unter
Walter Trittel in Berlin Thai unterrichtet hatte, eine herausragende
Rolle. Ihm zur Seite stand der promovierte Jurist Klaus Wenk, der
sich vor allem der Erforschung der klassischen Literatur und der
thailändischen Kunst widmete. Im Jahr 1970 erhielt Klaus Wenk einen
Ruf als Professor für Sprachen und Kulturen des südostasiatischen
Festlands an der neu gegründeten Abteilung Thailand, Burma und
Indochina, deren Leitung er während der folgenden 22 Jahre
innehatte.
Ebenfalls von 1970
an, bis zu seinem allzu frühen Tod im Jahr 1988, war Klaus
Rosenberg, dessen Schwerpunkt im Bereich der thailändischen
Philologie lag, als Professor in der Abteilung tätig.
Als im August 1997
auch seine Mutter starb, bestimmte sie testamentarisch, dass ihr
Vermögen für eine Klaus-Rosenberg-Stiftung bestimmt sei. Einziger
Zweck der Stiftung ist es, Studierende der Abteilung für
Studienzwecke nach Thailand zu schicken oder auch thailändische
Studenten nach Hamburg kommen zu lassen.
Der international
renommierte Ethnologe und Historiker Jan Barend Terwiel wurde 1992
Wenks Nachfolger, nachdem er zuvor in Canberra und in München
gelehrt hatte. Terwiel bereicherte das Feld der Thaiistik durch die
Einbeziehung der Kulturen der außerhalb Thailands lebenden
Tai-Völker (u.a. Shan und Ahom) beträchtlich.
Das Lektorat für
Thai hatte nach Luang Kee Kiratis Tod (1967) Frau Prof. Dr. Ampha
Otrakul bis 1978 inne. Ihr folgte Frau Patcharee Kaspar-Sickermann,
die das Lektorat bis zu ihrem Ruhestand im Jahre 2009 prägte. Bis
Herbst 2010 vertrat Frau Pannarai Büchmann die Stelle. Seitdem ist
das Lektorat durch Herrn Watcharit Kongpien besetzt.
Als Teil der 2005
gegründeten Südostasien-Abteilung bietet die Thaiistik gemeinsam mit
Austronesistik und Vietnamistik BA- und MA-Studiengänge zu Sprachen
und Kulturen Südostasiens an. Die Zusammenarbeit mit benachbarten
Fächern am Asien-Afrika-Institut eröffnet eine Vielzahl an
Kooperations- und Entwicklungsmöglichkeiten des Faches.
In der Lehre wird die gesamte Breite des Faches in Sprache, Literatur, Geschichte und Gesellschaft abgedeckt. Die gegenwärtigen Forschungsschwer-punkte bilden die Geschichte von Thailand und Laos sowie die Manuskriptkulturen der Tai. Gegenwärtig verfassen zehn Promovenden Dissertationen in den Bereichen Geschichte, Kultur und Sprachwissenschaft.





